Knoten in der Brust –
Ursachen, Arten, Diagnose & Therapie

Ultraschallgesteuerte Brustdiagnostik bei auffälligen Befunden
im MVZ am Luisenkrankenhaus

Wenn der Verdacht „Knoten in der Brust“ im Raum steht, ist das für Patientinnen und Patienten eine hoch emotionale Situation, die Angst macht. Ein Knoten in der Brust bedeutet nicht zwingend Brustkrebs. Vier von fünf Knoten in der Brust haben eine harmlose Ursache. Jedoch sollten bemerkte Veränderungen immer von einem Arzt / eine Ärztin abgeklärt werden.

Inhaltsüberblick

Knoten in der Brust: Ursachen und Formen

Verhärtung in der Brust sind oft verschieblich und meist gutartig. Zysten, Fibroademome oder eine Mastopathie sind die häufigsten Ursachen für gutartige Knoten in der Brust. Die häufigste Form eines bösartigen Knotens in der Brust nennt man Brustkrebs (Mammakarzinom).

Gutartiger Knoten: Zyste in der Brust

Eine Zyste in der Brust ist ein flüssigkeitsgefülltes „Bläschen“ (Hohlraum). Sie bleiben meistens unerkannt, da sie meistens sehr klein bleiben. Wenn eine Zyste größer wird, auf nebenliegendes Gewebe drückt und dadurch Schmerzen verursacht, sollte sie von einem Arzt untersucht werden, um mögliche bösartige Wucherungen auszuschließen.

Gutartiger Knoten: Fibroadenom

Ein Fibroadenom ist ein gutartiger Bindegewebsknoten. Grundsätzlich kann ein Fibroadenom in jedem Lebensalter auftreten, bei jüngeren Frauen ist dieser gutartige Tumor die häufigste Veränderung in der Brust. Die Größe variiert von einigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern. Der Knoten fühlt sich meist rundlich und glatt an und lässt sich oft verschieben. Fibroadenome müssen nicht unbedingt entfernt werden, da sie nicht mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko verbunden sind. Monatliche Abtastungen und Ultraschalluntersuchungen reichen häufig aus.

Gutartiger Knoten in der Brust: Mastopathie

Die Mastopathie ist eine gutartige, hormonabhängige Veränderung der Brust und tritt bei circa 50 bis 60 Prozent aller Frauen in unter­schied­licher Ausprägung parallel zum Zyklusverlauf auf. Ursachen einer Mastopathie können neben Schwellungen und Knotenbildungen in der Brust auch Zysten sein. Dann spricht man von einer zystischen Mastopathie.

Bei einer Mastopathie kann es sich um Zysten, Schwellungen oder einen Knoten in der Brust handeln. Zudem können auch Berührung­sempfind­lich­keit, Brustschmerzen oder Spannungs­gefühle auftreten.

Bösartiger Knoten: Brustkrebs

Die meisten Veränderungen der Brust sind gutartig. In einigen Fälle kann es sich jedoch auch um Brustkrebs (Mammakarzinom) handeln. In Deutschland erkrankt im Durchschnitt jede achte Frau an Brustkrebs. Das sind rund 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr.

Vor allem bei einem tastbaren und nicht verschiebbaren Knoten in der Brust besteht der Verdacht auf Brustkrebs. Bösartige Tumoren gehen fast immer vom Drüsenanteil der Brust aus. Sie werden eingeteilt in lobuläre Karzinomen, duktale Karzinomen, invasive und in-Situ-Karzinomen.

Lobuläre Tumoren entstehen häufig an mehreren Stellen in der Brust gleichzeitig in den Drüsenläppchen. Aus den Milchgängen entwickeln sich duktale Karzinome. Sie gehen von der innersten Zellschicht aus. Krebszellen, die Gewebegrenzen überschritten haben und in angrenzendes Gewebe eingewachsen sind, nennt man invasive Tumoren. Nur auf die Milchgänge begrenzte Tumoren werden als sogenannte in-Situ-Karzinome (DCIS) bezeichnet.

Invasiv duktale Mammakarzinome sind die häufigste Form eines Mammakarzinoms. 

Jede Veränderung der Brust sollte mit einer Gynäkologin oder einem Gynäkologen abgeklärt werden, um bösartige Wucherungen in der Brust auszuschließen.

Dr. med. Maren Darsow – Chefärztin Luisenkrankenhaus Düsseldorf und MVZ am Luisenkrankenhaus

Knoten in der Brust – Früherkennung

Die meisten Frauen ertasten eine Veränderung der Brust selbst, oft sogar zufällig beim Duschen oder Eincremen. Auch das bewusste Abtasten der Brust ist nicht schwierig – und trotzdem eine hervorragende Maßnahme bei der Krebsfrüherkennung.

Daher sollten Frauen ihre Brüste einmal im Monat nach der Monatsblutung abtasten. Frauen, die keine Menstruation mehr haben, sollten sich dafür einen festen Termin für die Brustabtastung im Kalender notieren, beispielsweise den 1. Freitag im Monat.

Regelmäßige Selbstabtastung der Brust

Auf folgende Veränderungen sollten Frauen bei der Selbstabtastung ihrer Brüste achten:

  • Veränderungen der Hauttextur, zum Beispiel Dellen oder feine Knötchen
  • Auffällige Veränderung der Brustgröße und -form
  • Schwellungen in der Armbeuge oder am Schlüsselbein
  • Veränderungen der Brustwarzen, zum Beispiel Einziehung nach innen
  • Ausfluss aus den Brustwarzen, Ausschlag oder Verkrustung
  • Verdickungen unter der Haut
  • Schmerzen in der Brust oder der Armbeuge
So funktioniert die Selbstabtastung der Brust

Bei jeder Auffälligkeit, die Sie bei der Brust-Selbstuntersuchung ertasten, sollten Frauen zeitnah einen Facharzt/eine Fachärztin aufsuchen. 
Neben der Selbstabtastung steht die regelmäßige Vorsorge-Untersuchung beim Gynäkologen mit Abtastung der Brüste.

Mammographie-Screening Programm

Frauen zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr werden alle zwei Jahre zum Mammographie-Screening eingeladen, einem kostenlosen und freiwilligen Programm zur Früherkennung von Brustkrebs. Das Mammographie-Screening Programm unterliegt strengen Qualitätsvorschriften und teilnehmende Praxen sind auf die Brustkrebsfrüherkennung spezialisiert. Für die Zulassung benötigen die Ärzte entsprechende fachliche Qualifikationen, die regelmäßig überprüft werden. Zusätzlich ist das Prinzip der Doppelbefundung vorgeschrieben. Das heißt, jede Aufnahme wird von zwei Ärzten unabhängig beurteilt.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Mammascreening Programm

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Diagnose bei Knoten in der Brust & auffälligen Befunden

Wenn Frauen einen Knoten oder eine Veränderung in der Brust entdecken, sollte diese von einem Arzt/einer Ärztin abgeklärt werden.

Für Frauen ist der erste Ansprechpartner die Frauenärztin/der Frauenarzt. Nach einem Anamnesegespräch folgenden verschiedene Untersuchungen:

Tastuntersuchung

Mit der Abtastung der Brüste und der Lymphknoten erkennt der Arzt/die Ärztin den Knoten oder die Veränderung und kann bereits erste Informationen zur Größe und Beweglichkeit des Knotens erfahren.

Ultraschall/Sonographie

Die Sonographie ist die wichtigste Zusatzuntersuchung bei Abklärung unklarer Befunde. Zysten, Fibroadenome und auch bösartige Brusttumoren lassen sich im Ultraschall sehr gut erkennen. Bei Frauen unter 40 Jahren ist der Ultraschall die Methode der Wahl zur Abklärung von Auffälligkeiten der Brust.

Mammographie

Die Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung der Brust. Sie eignet sich zur Brustkrebsfrüherkennung, weil sie schon sehr früh sehr kleine, nicht tastbare Tumoren, insbesondere Mikroverkalkungen, sichtbar machen kann. Diese einfache und schnelle Untersuchung ist derzeit die beste Methode, um Mammakarzinome bereits in ihren Vorstufen zu diagnostizieren. Der individuelle Nutzen einer Mammographie überwiegt ab dem Alter von 40 Jahren der Strahlenbelastung.

Kernspin / MRT der Brust

Die Kernspintomographie ist ein wertvoller Baustein der Mammadiagnostik. Sie kommt besonders dann zum Einsatz, wenn eine ausführliche Diagnostik mittels Mammographie und Ultraschall keine ausreichende Klarheit über den Gesamtbefund ergeben haben.

Biopsie

Je nach Befund folgt dann für die Durchführung einer Biopsie eine Vorstellung im Brustzentrum. Manche Frauenärzte/Frauenärztinnen bieten auch in ihrer Praxis eine solche Probenentnahme an. Die Biopsie erfolgt in örtlicher Betäubung und ist meist vergleichbar mit einer Blutabnahme. Die entnommene Gewebeprobe wird von einem Pathologen untersucht. Das Ergebnis liegt in der Regel innerhalb weniger Tage vor.

Im MVZ am Luisenkrankenhaus führen wir Sonographien und ultraschallgesteuerte Biopsien durch. Durch die perfekte Lage im Medical Center mit einer Pathologie und Radiologie können wir alle diagnostischen Leistungen der Brustdiagnostik in einem Haus anbieten und unseren Patientinnen schnell einen klaren Befund liefern.

Dr. med. Oksana Möller – Chefärztin Luisenkrankenhaus Düsseldorf und MVZ am Luisenkrankenhaus

Therapie & weiteres Vorgehen bei Knoten in der Brust

Die Therapie eines Knoten in der Brust hängt von der Art des Knotens ab. Bei einer Zyste oder einem Fibroadenom reicht eine regelmäßige Kontrolle per Ultraschall meist aus. Ein gutartiger Knoten der kontinuierlich wächst, sollte operativ entfernt werden.

Ist der Knoten in der Brust bösartig, hängt die weitere Behandlung von der Tumorbiologie ab und muss je nach Befund individuell besprochen und festgelegt werden.

Im Luisenkrankenhaus sind wir auf die Behandlung von Brustkrebs spezialisiert. Unsere Ärztinnen im MVZ beraten gerne über die weitere Vorgehensweise.